Schon munter?

Um diese Jahreszeit lese ich immer wieder, dass einige Schildkröten bereits aufgewacht sind. So manch eifriger User antwortet dann "viel zu früh, bei mir ist noch alles ruhig" Das verunsichert so machen Halter. Sollen sie nun schon aufwachen oder besser nicht?

Mit einem Blick auf die aktuelle WETTERKARTE aus dem Herkunftsland einer meiner Lokalformen wird mir schnell klar, dass sie dort ganz bestimmt schon ihre Nasen aus den Überwinterungsquartieren strecken.

Komisch, als ich vergangenes Jahr, Ende Mai, Anfang Juni genau in diesem Gebiet war, war es viel kälter. HIER hatte ich darüber berichtet. Ob es damals Ende Februar auch schon so warm war wie in diesem Jahr? .....

Ich glaube, wir müssen endlich einsehen, dass auch in den Naturhabitaten keine Wunschtemperaturen, wie man sie uns oft vorgegaukelt, herrschen. Da gibt es Wärmeperioden und plötzliche unerwartete Kälteeinbrüche. Generell ist es im Süden schon wesentlich wärmer und milder als bei uns, aber genau deshalb haben wir sie ja, unsere Frühbeete und Gewächshäuser. Die Tiere richten sich immer an die klimatischen Gegebenheiten, das tun sie sowohl bei uns als auch in ihren Ursprungsländern. Bei nahezu gleichbleibenden Temperaruten, wie sie im Kühlschrank oder in einem Erdkeller herrschen, wird jetzt noch kaum eine Schildkröte ihre Nase in die Sonne strecken. Auch in einem, gut mit Laub gefüllten Frühbeet, welches zusätzlich noch mit einer dunklen Plane abgedeckt ist, wird kaum ein Tier etwas von den Frühlingstemperaturen merken. Da bleiben sie einfach im „Starrmodus“ und daran ist bestimmt auch nichts verkehrt. Bietet man den Tieren jedoch die Möglichkeit an, dass sie, so wie in ihrem Habitat, die völlig normalen klimatisch bedingten Temperaturschwankungen mit bekommen, dann verhalten sie sich auch ganz genau wie dort: sie kommen hervor, genießen die Sonne, trinken und fressen sogar ein Wenig und tauchen, sobald die Sonne keine wärmenden Strahlen mehr durch das Gewächshausdach schickt, ganz einfach wieder ab. Einen Faktor dürfen wir dabei natürlich nicht vergessen: Nicht jede Schildkröte verhält sich gleich. So gibt es Unterarten/Lokalformen, die sich tief in die Erde eingraben, während Andere nur oberflächlich, knapp unter der Laubschicht liegen. Je tiefer ein Tier eingegraben ist, desto später wird es auf Außentemperaturen reagieren – aber auch das ist in den natürlichen Schildkrötenbiotopen so.

Und wenn es, was bei uns nicht selten vorkommt, wieder richtig frostig wird, dann ….. ja, das ist eine andere Geschichte, die findet Ihr HIER.


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