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Gedanken über Auffangstationen und Gnadenhöfe

In Österreich gibt es ja (noch) keine Auffangstation für Schildkröten. Noch ist es kein Problem Schildkröten in private Hände weiter zu vermitteln. Möglicherweise ist das „Wegschmeißtier“ in diesem Land noch nicht so problematisch wie im benachbarten Deutschland. Auf jeden Fall dürfen die Tiere (auch Fundtiere) in privaten Gärten gepflegt werden und müssen nicht, so wie in manchen deutschen Landkreisen, zwangsweise ihr Leben in einer Auffangstation fristen.

Gnadenhöfe scheinen in Österreich jedoch modern zu werden. Dort findet man zwar kaum Schildkröten, aber von Hühnern bis zu Kühen und Pferden ist dort alles vertreten. Erst kürzlich hatte ein solcher Gnadenhof in meiner Nähe eröffnet. Noch vergangenes Jahr war es ein kleiner Bauernhof, kein großer Hof, aber die Familie konnte sich davon gut ernähren und ihren Teil an Steuern, wie auch regionale Nahrungsmittel an die Bevölkerung abliefern. Eben ein kleiner und feiner, gewerblich orientierter Betrieb, wie viele unserer Kleinbauern in meiner Wohngegend. Nun werden dort keine Kühe mehr gemolken, keine Eier werden weitergegeben und Fleisch gibt es natürlich so wie so keines mehr. Steuern werden wohl auch nicht mehr abgegeben, da überall unermüdlich um Spenden gebeten wird. Mittels Patenschaft kann man nun Kühe, Pferde, Ziegen und Schafe und vieles mehr erhalten und so dafür sorgen, dass sie ihre Kälbchen, Lämmchen (…) selbst großziehen, die man dann wohl wieder mittels Patenschaft erhalten kann. Ein merkwürdiges Spiel, wie ich meine, hatte dieser Hof doch noch im vergangenen Jahr  einen Teil zur gesunden und regionalen Ernährung beigetragen. Klar, soll jeder machen wie er möchte, ich pflege schließlich auch Schildkröten aus purer Liebe zu den Panzerwesen.

Was mich jedoch sauer aufstoßen lässt ist der Trend (so scheint es mir zumindest) dass hier mit Tiermitleid und falsch verstandener (?) Tierliebe und der Gutgläubigkeit anderer, gute Geschäfte gemacht werden. Offenbar ist ein solcher Gnadenhof lukrativer als ein Bauernhof, wie er seit Jahrhunderten die Menschheit versorgte.

Gleichzeitig verhungern auf diesem Planeten Menschenmassen. Durch Kriege, den die Leidtragenden nie wollten,  Hungersnöte, die oft durch Ausbeutung  der reichen Länder verursacht wurden, ja eigentlich brauchen wir gar nicht so weit weg schauen, auch in unserem eigenen Land gibt es genügend Menschen, die unter der Armutsgrenze leben müssen. Nun habe ich mir erlaubt nachzusehen, was ich mit einer Spende von € 100,-- im Monat erreichen kann. So kann ich mit diesem Geld z.B. ein Rind und zwei Hasen einen ganzen Monat lang leben lassen oder ich entscheide mich für einen Esel und ein Schwein. …. Ein Huhn kostet mich monatlich nur € 6.--, das entspricht in etwa dem Preis von 20 Eiern;) Hingegen scheint ein Menschenleben nicht so viel wert zu sein, so kann ich mit € 100,--  einem Kind in Afrika sauberes Trinkwasser, ausreichend Nahrung, eine Ausbildung und die dringend notwendige medizinische Versorgung ermöglichen – und das für 100 Tage oder für drei Kinder in einem Monat. Dableiben sogar noch monatlich € 10.—übrig, die ich in einen Hasen investieren könnte.

Mich stimmt das ehrlich gesagt nachdenklich. Ist das Geschäft mit dem Tiermitleid tatsächlich so lukrativ? Können wir uns wirklich so einfach vom Menschenleid abwenden und uns nur noch dem Tierleid  widmen, während fast gleichzeitig Tierhändler fleißig für Nachschub sorgen, Papageien einfangen, Hundewelpen produzieren, Lamas auf unseren Wiesen weiden und Schildkröten mit teilweise großem technischen Aufwand in unserem Klima leben?

Tja, dumme Gedanke – scheuchen wir sie schnell wieder weg. Mit 100 Euro könnte ich doch auch ……

Es ist mir durchaus bewusst, dass dieser Blogeintrag etwas provokant geschrieben ist. Gerne spende ich für ein Tier, ABER zuerst sollten ALLE MENSCHEN auf diesem, unserem Planeten gut versorgt sein!

HIER geht`s zur Diskussion über dieses Thema: http://www.landschildkroeten-forum.eu/t1669f33-

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